dimanche 18 mars 2018


Journal

samedi 17 mars 2018


Wir nehmen eine Zedernkiste,
um unsere Träume hineinzulegen
die unerfüllten ganz unten auf den Boden.
Wie drücken wir die Vergangenheit
in getrockneten Blumen zwischen Seiten
oder in Fotografien künstlerisch arrangiert.

Wir versiegeln Erinnerungen in einer Krypta
als ein Denkmal früherer Zeiten
aber selten heben wir den Deckel
über diese entfernten Schritte nachzudenken,

Was aber, wenn wir uns von Dingen trennen?
Als Gegenleistung für eine innere Göttlichkeit
Wir extrahieren die benötigten Lektionen
aus der Vergangenheit
und füllen unsere leeren Hände mit Zukunftsträume.

So werden die Klagemauern
uns von schmerzhaften Vergangenheiten befreien
und uns Segnungen schenken in unserer Zukunft

©Émilia

vendredi 16 mars 2018

Stichwort

Oligodendroglioma
zum nachlesen

der Augenblick

Ich bin seit ca 5:30 Uhr wach. Zoé findet langsam ihren nächtlichen Schlafrhythmus. Sie schläft nachts im Durchschnitt ihre 5 h durch.
Gedankenversunken stehe ich am Fenster und blicke auf den Horizont.
Das gestrige Telefonat mit meinen beiden Nichten ging mir durch Gedanken und Herz.
Die Mädels zanken sich andauernd. Schwestern sollten eigentlich zusammenhalten. Außerdem ist der Altersunterschied zu groß, um sich unentwegt zu streiten.
Die Kleinere vermisst ihren Vater so sehr, dass sie ihren ganzen Alltag danach gestaltet. Sie ist zu ordentlichund zu gewissenhaft für ein Kind. Sie zieht sich von anderen zurück und ist verträumt.
Die Größere ist wild, chaotisch und laut. Streitsüchtig. Sie streitet mit ihrer Mama, mit ihrem Stiefvater, mit der Schwester.
Und sie versuchte es am Telefon mit mir.
Auf die Frage hin, wieso sie so zu ihrer Schwester ist wie sie ist hatte sie eine erschreckende Antwort.
Mir blieb der Atem weg.
"Ja, Papa war kein Heiliger wie Nöelle ihn lobt." schrie sie. "Der war genau so ein Arschloch wie Mama es ist. Und sie nervt mich andauernd. Ich will von Papa nichts mehr hören."
Ich wollte genau wissen was sie meint.
"Er hat mich oft georfeigt, wegen nichts und wieder nichts. Seine schlechte Laune bekam ich zu spüren. Immer wieder schrie er mich an. Auch wenn ich nichts getan habe, schrie er nur mich an. Den kleinen Furzbeutel nie. Die konnte alles haben, alles sagen und musste nie ihr Zimmer aufräumen."
Und ich fragte nach und sie weinte und ich verstand sie nicht was sie sagte. Und sie beruhigte sich nur langsam.
Ihr Vater kann ich nicht zur Rede stellen. Natürlich war er kein Choleriker. Bei mir traute er sich nicht seine Stimme zu heben. Mit ihm konnte ich mich unendlich auseinandersetzen, er verteitigte sich nicht einmal. Er sah mich nicht einmal an. Was hätte ihn davon denn abhalten sollen, sich bei mir cholerisch zu zeigen?

Natürlich sagte er mir seine Meinung und natürlich hatte er viel an mir auszusetzen. Aber so richtig gestritten haben wie nie.
Auch meine anderen Brüder kannten ihn nicht als aufbrausend.
Ich will es wissen. Ich weiß nicht was in der letzten Zeit vor seinem Tod mit ihm los war. Er hatte in den letzten Monaten nicht einmal mehr die Kraft zu brüllen. Wochen davor hatte eine
Endocarditis und eine Lungenentzündung die ihn sehr geschwächt haben.
Er hatte kaum Kraft vor die Tür zu gehen und einzukaufen.
Es blieb so vieles über viel Zeit hinweg ungesagt. So viel.
Und alle trauern auf ihre individuelle Art. Und jede muss irgendwie damit fertig werden und loslassen.

Und ich muss an meinen Papa denken. Zu uns Kinder war er der liebste Papa. Bis zu einem gewissen Punkt, konnten wir frech sein. Es reichte nur wenn er uns einmal zu Raison ermahnte. Mit mir wurde er strenger bis ich dann fürs Studium wegzog. Er beschimpfte mich grundlos wenn ich mich nur 10 Minuten verspätete. "Mit wem warst du, was habt ihr getan ....und pass ja auf dich auf sonst breche ich dir jeden Knochen" Aber nie schlug er zu.
Zu Mama war er extrem aggressiv, extrem eifersüchtig und extrem cholerisch.

***
Ich denke es sollte auf unserer Reise durchs Leben irgendwann alles gesagt werden. Wir sollten lernen irgendwann auch den Weg durch tiefe Gefühle und Emotionen gehen, uns aber nicht darin verlieren, und alles sagen zu lernen.

Mein Kopf und mein Herz fühlen sich uneins, während ich anfange, auf unsere Zeit zurückzublicken.

Wissend wie zerbrechlich das Leben sein kann und wie die Zeit durch deine Hände gleitet, werde ich über alles reden. Ich werde die Menschen die ich liebe und die die mir nahe stehen wissen lassen was ich fühle und meine Meinung äußern und auch ändern.

***

Ich sehe die Morgensonne die sich für einen Moment zeigt und wieder verschwindet. Ich sehe zu dem Menschen den ich liebe, wie er friedlich schlummert und sehe zu meinen winzigen Engelchen das im Schlaf lächelt und ich fühle Glück und Melancholie zugleich tief in meinem Ich.
Die schwere Bürde  eines vergangenen Moments und das Glück des Augenblicks lassen mich seufzen.

Und als ob diese beiden besonderen Menschen die mir den glücklichen Augenblick schenken, fühlen dass ich die denke, wachen sie auf.

Wie die Morgensonne ....sie zeigt sich mir in diesem Augenblick.

jeudi 15 mars 2018

Das Mädchen und der Mond II

Sehr vorsichtig küsst er sie.
Zuerst die Spitzen ihrer Finger,
die Innenseite ihres Handgelenks.
Sie streckt ihren Arm aus bis er landet
auf ihrer weichen, nackten Schulter.
Zuerst küsst er ihren Hals
und schließlich ihre Lippen.

So begrüßt er sie Abend für Abend
wenn die Sonne untergeht
und es Nacht wird.
Dann erhebt sich lieberot der Mond. 
Vom indigofarbenen Himmel getragen
schwebt er zu ihr.

Und wenn die Morgensonne erwacht
hob er sein Herz, seufzte,
küsste sie noch einmal
und erhob sich zu den Sternen.


©Émilia

mercredi 14 mars 2018

Musik zum Abend

Meine spezielle Sprache



Ich hatte schon immer meine eigene Sprache. Es ist nicht ausschlaggebend, dass ich 2sprachig aufgewachsen bin, oder dass ich verschiedene Dialekte in Deutsch und Französisch spreche.
Mag sein, dass es ein wenig ausschlaggebend ist, dass mein Zwillingsbruder und ich, als wir sprechen lernten, eine eigene Sprache enwickelten und plapperten und keiner verstand uns.
"Die haben ihre eigene Sprache. Ich verstehe kein Wort." lachte Mama über unsere spezielle Sprache. Später hatten meine Brüder und ich eine Geheimsprache, damit Mama und unsere Großeltern nicht alle Geheimnisse mitbekamen.

Eine eigene Sprache spreche ich wenn ich traurig bin. Eine Sprache die ich mit niemandem teile. Vielleicht deshalb weil sie schwer zu verstehen ist. Man kann den Schmerz nicht teilen, weil die Worte mit dem man ihm bespreibt ist eine intime, fragile und besondere Sprache, die niemand verstehen kann.
Wenn ich verliebt bin, habe ich eine eigene Sprache. Ich teile sie nicht gleich

Liebend kreiere ich gerne mit dem Menschen den ich liebe eine gemeinsame Sprache. Wir kreieren liebevolle gemeinsame Worte, liebevolle Gesten die Worte ersetzen. Eine Sprache die nur uns verbindet.

mardi 13 mars 2018

Nur ein Gedanke

Wenn ein Lied dein Herz berührt,
solltest du es wertschätzen.
©Émilia

lundi 12 mars 2018

Ich kenne dich

Ich kenne dich nur im Schatten der Dämmerung
(wenn die Sonne untergegangen ist,
der Mond in der Dunkelheit verschwindet
und die Sterne vom Umweltschmutz verdeckt sind)
und als Kind glaubte ich
da sind Schatten zwischen uns.
Und ich sprach zu dir ein Abendgebet und ein Morgengebet.

Ich kenne dich
nicht so wie man einen Menschen kennt
(die Länge deiner Finger
die Tiefe deines Lachens
den Duft deiner Haut)
sondern als jemand der mich kennt
und mir nahe steht.

Als Kind imaginierte ich dich aus der Ferne
(Ehrfurcht in deiner Stimme, die Bände spricht
Intensität Ihrer Augen, unergründlich
du, unendlich)
wo ich von weitem auf deine Silhouette schaue.

Du bist nicht der Mond, die Sonne oder die Erde
Du bist weder messbar noch endlos.
Ich kenne dich und ich kenne dich nicht.

Und ich habe es verlernt dich anzubeten.
Weder ein Morgengebet, noch ein Abendgebet
widme ich dir
noch bin ich aufmerksam auf dich
(aber wie ich wünsche ich könnte es erneut lernen) 

©Émilia

dimanche 11 mars 2018

Wildheit ist fragil

Sie steht in einem Weizenfeld.
Wilder Mohn wiegt seine roten fragilen Blüten
im sonnengelben Ährenbett.
Wildheit ist fragil und samtrot.

Während ihre Hände
die abendrotfarbenen die gelbroten Wellen berühren,
und ihre Augen
in den Himmel sehen,
um die vorbeigegelnden Regenwolken beobachten
flüstert sie lautlos
, Ich vermisse dich."
Leise wie Regentropfen fallen
- So beschreibt sie den  Schmerz der Sehnsucht.

©Émilia



samedi 10 mars 2018

Geduld ist der Schlüssel

 Während sie träumte ein Baum zu sein, mit vielen Zweigen und Asten.
 landete ein kleiner Vogel auf ihrer Schulter und flüsterte mir ins Ohr,
"Was du verloren hast, kann leicht gefunden werden."
Sie konnte nicht antworten, denn sie konnte nicht sprechen.
(Bäume sprechen nie)
"Was wir verlieren, finden wir nie wieder", dachte sie.
"Falsch", sagte der Vogel.
"Kannst du meine Gedanken hören?", dachte sie überrascht.
"Nur die Gedanken, die ich hören soll", sagte der Vogel.
Sie dachte nichts.
"Höre nur uns Vögel zu." Flüsterte der Vogel, "Wir wissen es immer. "
"Was weißt du?" Dachte sie.
" Wo verlorene Dinge gefunden werden können."
"Dann zeig es mir bitte."
"Höre weiter zu. Sei geduldig. "Sagte der kleine Vogel.
"Geduld ist der Schlüssel."
Er ist weggeflogen.
Sie erinnerte sich, dass sie kein Baum war und Geduld hat sie nicht.
Aber sie hört zu so lange bis sie Geduld lernt.

©Émilia

Nicht nur ein Name

Als ich geboren wurde, hat mich meine Mutter nach den Frauen benannt, die sie bewundert und geliebt hatte.

Namen bedeuteten für sie Liebe. Für sie hatten Namen Erinnerungen.
Namen wurden mir ebenso mit der Zeit wichtig. In meinem Herzen behielt ich die Namen von allen Menschen die ich liebte. Alle meine Puppen habe ich nach diesen Menschen benannt.

Damit,
Du bist ein Fremder, bis ich deinen Namen kenne.
Du bist nur ein Name, bis ich deine Geschichte gelesen habe.
Du bist eine wichtige Geschichte für mich, aber
Du gehörst nicht zu mir, bis ich deine Seele sehe.
Deine Seele,
ist der Name deiner Geschichte.

- Lynn -  Lina - ich war 10 Jahre alt und wir Kinder schliefen unter der Woche bei unseren Großeltern und am Wochenende bei Mama. Oma's Haus war noch nicht umgebaut und es gab ein Feuer. Die Sommerküche ging kurz nach Mitternacht in Flammen auf und brannte sich kerzengerade durch den Dachstuhl. Die Sommerküche war ein Nebenbau und das Feuer konnte früh gelöscht werden.
mein Zwillingsbruder nahm mich an der Hand und aus Panik rannten wir barfuß und in Pyjama zu den Nachbarn. Lina unsere Nachbarin, eine  Frau die damals  über 70 Jahre alt war, aber noch sehr agil, nahm uns mit in ihr Haus, wusch uns die Füße, cremte sie mit Ringelblumensalbe ein und steckte sie in ihre gestrickten Wollsocken. Danach steckte sie uns in ihr Bett und kochte uns Pfefferminztee mit Zitrone. Wir knabberten die besten Kakaokekse der Welt und tranken den weltbesten Pfefferminztee mit Minzblättern aus ihrem Garten.

Zoé - eine beste Freundin aus Kindertagen. Wir trugen die gleichen Kleidchen, die gleichen Kindergartenrucksäcke, die gleichen Mäntelchen. Und wir teilten unser Pausenbrot, unsere Spielsachen und unsere Stifte. Ein sehr geduldiger und ruhiger Mensch. Vor ihr lernte ich das Stillsitzen, das Leisesein. Dann trennten sich ihre Eltern uns sie zog mit ihrer Mutter in die Stadt. Ich sah sie nie wieder und vermisste sie lange.

Marie - Maria war der zweite Vorname meiner Mutter, der Vorname meiner Großtante. Beide sehr temperamentvolle Menschen. Menschen die alle Erwartungen erfüllten, aber jede Menge Erwartungen an andere Menschen hatten. "Was ich kann, kannst du allemal" - so ihr Motto.

Alles Gesichter der Liebe die alle beschützenden Naturgesetzte in sich tragen

Ein Herzschlag. Ein Ort. Eine Stimme. Eine Schnappschuss-Erinnerung an jeden Sonnenuntergang, der durch Poren in die Seele drang. Ein Lächeln. Ein Lachen; ein klingelndes, seelenzitterndes, herzschmerzendes Lachen. Ein Name hält das Herz. Ein Name hält den ganzen Himmel in seinen Buchstaben - ein Herz-Alphabet sanft und zartblau wie die liebevollen Farben des Himmels Ein Name enthält ein Gefühl. Ein Name hält Erinnerungen. Bunt und leuchtend. Laut wie ein Lachen in der Sonne.

©Émilia

mardi 6 mars 2018

Unvollkommen, unperfekt,

Ich nehme deine Hände
lege meinen Kopf an deine Schulter.

Wenn du heute weinen musst,
wische ich deine Tränen weg

Ich kann dir keinen Witz erzählen,
um dich zum Lachen zu bringen
 - wie du es tust, wenn ich traurig bin -

Ich halte nur deine Hand
und bleibe hier bei dir.

Es macht dich glücklich, sagst du.

Ich mag unsere Liebe.
Wir mussten ein ganzes Labyrinth durchwanden
um uns zu finden und anzukommen.

Wir sind so vollkommrn unvollkommen,
so perfekt unperfekt.

Wir wachsen noch.

©Émilia

lundi 5 mars 2018

Es ist Zeit...

Es ist Zeit...
Dieses Herz schließt seine Türen ab.
Es ist Zeit, diese Schuhe auszuziehen
denn diese Geschichte ist zu Ende gegangen.

Ich werde meine Liebe zu dir ablegen,
in ein winziges Herzkästchen
und gut verschließen.

Diese Tränen die in diesem Augenblick
über meine Wangen rinnen
werde ich abwischen
und werde lächeln,
damit niemand meine Traurigkeit sieht

Ich habe dich viel zu lange geliebt
bis ich nicht mehr genau wusste
was Liebe ist.

Es ist Zeit.....

©Émilia


Ich werde dich immer lieben



In allen Unmöglickkeiten sind Möglichkeiten versteckt

Das Unmögliche -
ich weiß, es ist einfach
sich auf dem Boden zu legen,
aufzugeben
sich wie ein Embryo zusammenzurollen
und sich unter einer Decke aus Agonie zu verkriechen.

Ich bin hier
um dir die Decke wegzuziehen
und mit der ganzen Kraft meiner Stimme
zu schreien:
STEH AUF!

Mag sein,
dass der Weg den du gehst
holprig und schwer ist,
aber du
kannst weitergehen

Lächele wieder, es ist möglich.
Du wirst es schaffen
Zeige dir keine grenzen auf wo keine sind.
In allen Unmöglickkeiten
sind Möglichkeiten versteckt.

So will es die Natur des Lebens.

©Émilia




dimanche 4 mars 2018

Wecke mich mit einem Morgenkuss.

Liebe mich
bis in den Schlaf.
Trage mich über die Schwelle eines Traumes
wo das Gefühle und Gedanken sich zum  Rendez-vous treffen.

Teile mit mir die Albträume, die deinen Geist quälen,
und sogar die Sorgen, die dich quälen

Lass mich in deinen Träumen deine Hand halten.
Lass mich im Meer deiner Tränen ertrinken.

Lass mich dich in Milde und Extremen zu erleben,
und sei bei dir, wenn der Moment der Angst erscheint.
Lass mich dich festhalten
und lass uns gemeinsam auf Morgenlicht warten.

Wenn du vor mir aufwachst und dich allein fühlst
denke mich
dass ich dich liebe
und wecke mich mit einem Morgenkuss.

©Émilia

samedi 3 mars 2018

Ma nuit est comme un grand cœur qui bat.

Ma nuit est comme un grand cœur qui bat.

Meine Nacht ist wie ein großes, schlagendes Herz.


Indigofarben

Wenn ich könnte,

Ich würde jeden Tag den Himmel bitten
für dich zu schneien,
wenn es das ist, was du brauchst, um dein Leben aufzuhellen.

Wenn ich wüsste, dass ich deinen Schmerz
mit Tränen wegwaschen könnte,
würde ich weinen.

Ich würde für dich an den Fenstern Eisblumen wachsen lassen
Ich würde die Stärke des Waldes sein für dich,
damit du dich zurückziehen kannst

Ich wünschte, ich hätte die richtigen Worte, oder ich könnte deine Hand halten
Ich wünschte, ich könnte all deine Tränen nehmen.
Ich wünschte, ich könnte dein Herz heilen.

Und ich bin traurig, dass ich  nichts tun kann, um deinen Schmerz zu lindern
©Émilia

jeudi 1 mars 2018

Die Stunde 0 - L'heure zéro

Es ist kurz vor Mitternacht. Das Licht der Bienenwachskerze wirft ihre wabenförmige, honigfarbene Schatten an die Wand im Wohnzimmer bis zur Decke, dem unsichtbaren Himmel über dem Kopf. Der honigsüße Kerzenduft umhüllt mich wie eine Fruchtblase im Unterus.
Ich sehe auf die Uhr. Es sind noch fünfzehn Minuten bis zur Stunde 0 - der Punkt sechzig, die letzte Sekunde, wo der alte Tag endet und ein neuer Tag beginnt. Ich liebe diesen Punkt. Der point zéro - der Null-Punkt.
Ich warte noch.....im Kerzenlicht ist alles weich. Wachsweich din die Gedanken, die Liebe, die Sehnsucht. Sogar die Traurigkeit verliert ihre Konturen und rinnt wie schmelzende Wachslawa dahin.
Ich bin schlaflos. Es ist nichts Neues. Ich war schon als winziges Baby schlaflos.
Meine Mutter erzählte mir immer, wenn ich hören wollte, wie ich als Baby war:
"Du hast selten geschriehen oder geweint. Du spieltest mit deinen Händchen und Füßchen, betrachtetest deine Fingerchen. Und plötzlich schliefst du kurz vor Morgengrauen ein."
Für sie war die Nacht zu Ende.
Ich warte noch......schreibe bei Kerzenlicht das eine oder andere Gedicht, dass ich irgendwann noch einmal überschreibe bis ich es in mein Blog übertragen werde.
Ich warte noch....... auf ein paar liebevolle Nachrichten, von dem Menschen den ich liebe. Er verbringt seine kurze kostbare Zeit mit mir. Wie schön Menschen sind, wenn ihre Liebe in den Worten versteut,  zum Lied werden.

Und dann gehe ich zu Bett. Und mein Bett ist ein kleines Schiff, das mich in den Schlaf wiegt. Ich umarme das kleine Mädchen in meinem mit Liebe augekleideter Fruchtblase und warmen Uterus. Es spielt sicherlich mit der Nabelschnur die uns verbindet und mit seinen winzigen Händchen. Es strampelt vergnügt mit seinen Füßchen an meine Bauchdecke.
Es lässt mich nicht einschlafen. Eine Stunde widmen wir uns. Die ganze L'heure zéro widmen wir einem Becher voller Glück.
"Bestimmt wird ihre Haut nach Pfirsich riechen."denke ich. Ich wünsche, ich wecke sie nicht auf und kuschele mich sanft in die warme Decke.
Ich liebe dich.
Erstaunlich schnell bin ich eingeschlafen. Ich habe so tief und fest geschlafen. Wenn ich tief und fest schlafe kann man nicht wegtragen.


©Émilia