mardi 31 octobre 2017

Ich halte jetzt
neues Leben in meinen Händen.
Neu
aus dem warmen Uterus
geborgen.
Wie ein Sonnenaufgang aus dem Meer.
Alles färbt sich rot.
Meer und Himmel.
Und irgendwann ist die Sonne da und lacht.

Schreiend und zitternd schöpft es Atem
aus der Welt die ihm zu Füßen liegt.
Es ist seiner Fragilität bewusst.
Menschenkinder sind auch Sonnen.
Weinende Sonnen die geliebt werden bis sie lachen.

Die erste Abnabelung
ist ein Ritual.

Wie oft muss man sich im Leben abnabeln?
Nabelt die Sonne sich  blutrot ab
aus dem Meer?
Weint sie auch Wasser und Salz
das was wir Tränen nennen?

Und ich lege das neue Leben
mit Herz und Seele
in wartende Hände.

Und der Uterus schließt sich
wie das Meer sich glättet nach dem Sonnenaufgang.

Ich kann nur alles Glück der Welt wünschen
und alles Liebe.

©Émilia







lundi 30 octobre 2017

Zwischenworte

Sie nennt mich liebevoll "mi Maidle". Für sie war ich vom ersten Augenblick an ihr Mädchen. Da sie keine eigenen Kinder hat, war ich für sie ihr Mädchen. In ihr habe ich eine Mama.
Sie rief mich Sanstag Abend an. Ich hatte Dienst.
Höflich wie sie ist, legte sie nicht bei ihm auf. Es hat sehr, sehr lange gedauert, bis sie ihn an meiner Seite akzeptiert hat.
Sie mag ihn auf ihre Art. Sie ist nicht diese Art Mensch mit jemanden schnell warm zu werden. Wenn sie mit jemanden warm wird, hat sie diesen Menschen für immer in ihr Herz geschlossen.
Also wollte sie ein paar höfliche Worte sprechen, bevor sie nebenbei erzählte, dass wir ab dem 01. November 2017 eine Umweltsplackette für Frankreich brauchen. Die deutsche ist ungültig.
Und er ist sachlich und kurz angebunden, aber man kann es nicht als höflich bezeichnen.
Aber sie mag er, weil sie mir sehr nahe steht. Und wer mir nahe steht, mag er.
Sie fragte wie es ihm geht. Er redet, weil er weiß sie macht sich Gedanken um uns.
"Wenn sie Zeit hat soll sie mich kurz anlüten. Egal wie viel die Uhr anzeigt. Und dann fragt sie besorgt: aber ich kommt doch nächste Woche zu uns? Ich freue mich so euch um mich zu haben."

Sie hat "ey" gesagt. Und ich habe Tränenregen in den Augen. "Euch" is für sie eine Art Liebesbeweis.

"Ich habe manche Wörter gar nicht richtig verstanden," stellte er fest.

Er tut sich sehr schwer damit. Er hat noch nicht vergessen, wie sie gegen ihn war. Sie hat eine eigenarige innere Einstellung zum Leben und zur Liebe.










Im Frühling bist du einzigartig
wie eine Knospe am erwachenden Baum
Im Sommer bist du einzigartig 
wie ein Feuerfunke im Lagerfeuer
Im Herbst bist du einzigartig 
wie ein purpurfarbenes Blatt im Wind.
Im Winter bist du einzigartig
wie eine Schneeflocke die auf meine Haut fällt.

Du bist einzigartig 
wie du zu mir sprichst
Du bist einzigartig 
wie du das Feuer in meinem Ich entfachst
Du bist einzigartig
wie du mich liebst
und du bist einzigartig 
wie du mich ansiehst
als könnte ich dir Galaxien in dein Ich zaubern.

Ich bin Feuer und Flamme und Sternschnuppe für dich
und ich liebe dich einzigartig

©Émilia


Es hat lange gedauert
und unzähliche Regentropfen
verloren sich im Nichts
bis ich dich liebte.

Ich würde jetzt jeden Regentropfen
für ein Lächeln tauschen

Ich liebe den Regen
und ich schenke dir das was ich liebe

©Émilia

dimanche 29 octobre 2017

Wärme ist das größte Gefühl.
Deine Umarmung ist für meine Seele,
wie ein Lieblingspullover für meine Haut.

Und ich öffne meine Arme
umarme dich,
umarme das Leben.

Und ich öffne meine Seele
für dich wie ein Meer.
Klammere dich an meine Herzklappen
wenn die stürmichen Wellen
auf den Grund drücken drohen.

Du wirst nicht nur Liebe finden
wie im Märchen.

Tauche auf meinen Grund
und finde die Perle
die ich für dich versteckt habe.

©Émilia


Ungelesenes

Ungelesenes
Ich zeige hier meine Farben - aber nicht jedem

Omega's Elegie

Der letzte Nachtdienst habe ich jetzt hinter mir. Es regnet und der Wind wirbelt heulend die aus allen Wolken fallenden Regentropfen.
Die letzten vom Herbst bunt gefärbten Blätter tanzen leidenschftlich ihren Prae-Mortem-Tanz. Der Wind umarmt die Bäume und wiegt sie laut singend in einem rostfarbenen Tango. Omega' s  purpurfarbene Elegie
Eine wilde rostfarbene Romanze bevor sie fallen. Gold und Feuer und Tränen.
Er heult alle Himmelstränen über sie. Er beklagt Gott und die Welt für die Vergänglichkeit, für die Endlichkeit.
Tränennass fliegen sie Farben blutend ein letztes Versteck suchend, bevor alles Leben weicht alles chlorophylleer wird.
Bevor sie zu Staub werden und Erde.Abstraktes Nichts vor der großen Stille.
Spürten die Blätter den Trennungsschmerz von den Zweigen?
Weinen sie still synchron mit dem Regen?
Enigmatique- Schlaf und Unendlichkeit, Divinität des Seins im Nichts jenseits des eternen Himmels.


samedi 28 octobre 2017

Der Morgennebel hängt in den Wolken und ich sehe keine 50 m vor mir. Ich frage mich, ob die Natur mit dem Nebel möchte, dass die Welt verlangsamt, dass wir anhalten, zurücktreten, Leben und Liebe neu einschätzen. Ob die Natur oder Gott uns lehren möchte geduldig zu sein.
Uns gegenseitig nur langsam annähern.
Ich fahre langsamer als ich eigentlich fahren darf. Ich genieße den Frühnebel, der die Stadt im Schlaf hält wie eine warme Decke.
Ich halte an der letzten Kreuzung und lächele. In zehn Minuten bin ich bei dir.
Ich denke dich. Tu tust so als würdest du tief und fest schlafen, um von mir mit einem Morgenkuss geweckt zu werden.  Du schläfst nicht. Deine Lider zittern und dein Lächeln kannst du nicht mehr unterdrücken. Ich küsse dich lachend und du erwiderst lachend meinen Kuss.
Die Ampel schaltet und die Räder drehen sich, während ich dich denke, wie wir uns spielend streiten, wer den besten Zauberkaffee macht.
Espresso und viel, ganz viel cremigen  Milchschaum.

Wenn ich jetzt mein Leben betrachte und neu einschätze, erkenne ich, dass ich mit dir wachse, dass ich dich inniger liebe.
©Émilia





vendredi 27 octobre 2017

Es wird länger Nacht sein
Die Tage werden kürzer
Das Gerücht der langen Nächte
verbreitet sich.

Ich bin nicht überrascht
ich kenne die Natur
und ihre Farben in ihren Jahreszeiten

Und am Abend bleibe ich trotzdem länger wach
und betrachte die Kastanienbäume
voller Schwere und Blattgold.
Sie verteilen in der Luft ihren Herbstduft

Mit dir spaziere ich langsam durch die herbstfarbenen Straßen
um den zarten Duft einzuatmen
mit Haut und Haar.

Unter dem Abendhimmel
bei Anbruch der Nacht
sind wir Liebende
und verlieren uns in einem Kuss.

©Émilia
Un arbre,
c'est de la terre qui s'élève,
se ramifie et s'épanouit vers le bleu.
C'est une conversation
de feuillages et de fruits
entre le soleil et la mort.
Le soleil va venir
tellement
qu'il aura peur parfois
de se faire peur à lui-même.
Le besoin d'embraser,
le besoin de s'embrasser
feront
se tendre l'espace.

©Émilia


..
Heute Morgen, mitten im Meeting, denke ich dich. Du hast dich über die Petits Soleils lustig gemacht.
"Das ist Weihnachtsgebäck. Das genießt man in der Adventszeit und zu Weihnachten." Er weiß, dass nicht viel Wert auf Feiertage lege.
"Das sind "Kleine Sonnen", Lebkuchen und ich esse sie wann ich darauf Lust habe. Die Dominos kannst du haben. Und was ist mit den bunten Ostereier die du das ganze Jahr hindurch kaufst?"
"Aber ja, das sind ja gekochte nur Eier!" kontere ich.
Ich sortiere die Dominos aus. Aber nicht meine Worte.
Wir lachen über die nicht jugendfreie Wortwahl.
Eigentlich esse ich nicht gerne Lebkuchen. Die mit dunkler Schokolade überzogen schon gar nicht.  Diese aber sind lecker und kleine Portionen.
Zwei davon reichen und der Tag ist gesüßt.

Und mitten im Meeting musste ich lächeln. Fr.....hat  zwei Päckchen Petits Soleils und Kaffee serviert.
Ich erzähle ihr, dass du die nur in der Weihnachtszeit ist.
"Ist doch egal, ich habe gestern ein ganzes Päckchen davon gefressen." sagte sie lachend.
"Und dein Blutzucker?" staunte ich.
"Der ist normal," meinte sie lachend. "Normaler als ich.
Wir mussten beide lachen.

"Du lächelst. Siehst so glücklich aus!" flüsterte der Kollege mir ins Ohr.
"Aber ja. Ich bin es."
Irgendwie hatten die Petits Soleils eine besondere anziehende Wirkung. Die beiden Teller waren in fünfundvierzig Minuten leer. Und 3 Kannen Kaffee auch.
"Die hatten alle kein Frühstück," lachte Fr... und ich wundere mich immer wie viel Kaffee der eine oder andere trinkt.

Es gab keine Beschwerden und alles war für die OK.


Das war wichtig. Ein glatter Monatsabschluss und die petits soleils






Oktober endet in ein paar Tagen.
So will es die Natur
Alles was die Sonne ihr im Sommer schenkte
Wärme und Licht
gibt sie an uns weiter
in bunten Farben
©Émilia


Es gibt diese Orte und Menschen im Leben
zu denen man nie zurückkehrt.
Weder in Gedanken
noch im Gefühl.
Sonst würde man sich in den Erinnerungen verlieren.
Endlichkeit sollte Endlichkeit bleiben.

Und es gibt ihn
der für mich Glühwürmchen mit den Händen fängt
damit sie meinen Weg nach vorne beleuchten.
Ich gehe diesen Weg nicht allein
und ich gehe ihn fröhlich,
weil ich glücklich bin.
Und wenn ich stolpere
über die Aufgaben die zu meistern sind
habe ich dich an meiner Seite.
Als Freund, als Liebhaber, als Wegbegleiter,
als Wegweiser.
Mit dir an meiner Seite zebreche ich nicht.

Du bist der,
der mich mit Liebe lehrt
in meinen Augen nach den Sternen zu suchen.

Ich ziehe die Segel fest
und lenke mein Herz auf den Kurs.
Ich werde mit dir durch den Sturm segeln
wie du mit mir als Freund
durch die Stürme segeltest
und ich werde deine Flügel stärken
wie du meine gestärkt hast
durch alle Zeiten.

Mit dir an meiner Seite
werde ich fliegen.
Und wenn wir lahmen,
halten wir uns einander fest.

©Émilia


jeudi 26 octobre 2017

Man sagt, wenn man wissen will, ob man sich im Laufe des Lebens innerlich verändert, sollte man an einen Ort aus der Kindkeit zurückkehren, der sich im Laufe der Zeit nicht verändert hat.
Wenn ich zwei oder drei Mal im Jahr zu meinem Lieblingsort zurückkehre, stelle ich fest, dass sich alles mit mir verändert.
Es gibt diese unberührte Natur nicht.
Der alte Walnussbaum an dessen Stamm ich hochkletterte, die eine oder andere Hose hing danach an mir in Fetzen. Und auf dessen Querast ich mich setzte und grüne Nüsse aß und eine Magenverstimmung und ein paar auf den Hintern in Kauf nahm, weil grünes grünes Obst liebte.  Auch der ist gewachsen. Ich klettere heute noch seinen Stamm hoch, um alle Früchte einzusammeln.

Was das Leben betrifft bin ich nachdenklicher geworden.
Manchmal bin ich immer noch Kind und ungezogen. Doch wenn ich jetzt nach Hause fahre, laufe ich nachdenklicher in den Gärten, den Feldweg entlang und vermisse sehr viel.

Ich war bestimmt acht Jahre lang nicht zur Kardio-Vorsorge.
Heute achte ich auf die winzigste Erkältung und mache den schnellsten Termin zur Untersuchung.

Ich habe mich verliebt, entliebt, habe geliebt, habe mich getrennt, ohne nachzudenken.
Heute würde ich kämpfen.
Vielleicht weil du es bist, der mich verändert hat.
Vielleicht auch nicht.


Und ja, ich bin erwachsen geworden.

©Émilia


Ewigkeit ist eine Relativitätstheorie des Ichs
Einen Menschen den man nicht vergisst, lebt ewig in unserem Herzen.
Dinge die man nicht vergisst, bleiben als Erinnerung in den Gedanken.
Eine Liebe die man nicht vergisst, bleibt für immer und ewig.
Ewig ist alles was man nicht vergisst

©Émilia

J' ai tant nostalgie de toi
que j' entends la lune
en t' appelant
en m' appelant.
Et j' ai tant amour pour toi
que j' entends les etoiles
tombant du ciel
et toi,dans mes bras
tombant
tombant....

©Émilia Rennart

mercredi 25 octobre 2017

Der Himmel über mir
ist eine einzige graue Wolkendecke.
Hinter den Lidern des Tages
verstecken sich Tränen
und der Wind ist stumm.

Eine rote Jacke
für alle Wetter
und einen bunten Seidenschal

Ich bringe Farbe in den Tag
mit einem Kuss von dir
auf den Lippen
brauche ich die Sonne heute nicht

©Émilia

Aus den Augen
aus dem Sinn -
liegt es im Sein
zu vergessen?
Eine Art Apoptose
der Gedanken,
der Gefühle zu durchleben?

Ich kann nicht vergessen
was in den Tiefen meines Ichs
seinen Platz gefunden hat.

Hin und wieder
erinnert ein Herzschlag,
ein Augenblick
an die Liebe.

Meine Gedanken suchen nicht mehr nach dir.
Ich lebe mit dir
in meinem Kern.
Du kannst es mir nicht wegnehmen,
dass ein Herzschlag
sich ab und zu an dich erinnert.
Nur für einen einzigen Augenblick,
mit nur einem einzigen Gedanken.

Keinen Herzschlag,
keinen Augenblick,
keinen Gedanken
kannst du mir nehmen

©Émilia






Gedanken vor Geisterstunde

Was wäre gewesen wenn....
On me dit ; ce genre d'amour n'est pas viable. Mais comment évaluer la viabilité ? Pourquoi ce qui est viable est-il un Bien ?

Ich weiß es nicht.....

Ich weiß es ist jetzt gut und schön wie es ist.

Nachtdienst und ab und zu Gedankenblitze

mardi 24 octobre 2017

 Ich habe Nachtdienst und es ist vor Mitternacht immer etwas ruhiger. Nach der Schichtverlaufbesprechung und der OP-Planäderung(wieder fehlt jemand und das Team muss neu aufgeteilt werden) eilten alle in den Aufenthaltsraum um sich mit Kaffee und Tee und Süsskram zu versorgen.
Was gibt es heute?
Appendix, Galle, Gallem Varizen, diagnostische Laparoskopie. Nicht viel aber dabei wird es nicht bleiben. Mit drei Teams und einem Notfallteam schaffen wir es locker durch die Nacht.
Die Assistenzärztin in meinem Team, etwas zu laut und zu schrill für meine Ohren, hat ihre kurzen Haare dunkelrot gefärbt. Steht ihr nicht.
Sie hält mir von rechts einen Becher Kaffee unter die Nase.
"Haben wollen?" grinste sie.
"Danke, lieb von dir, aber ich möchte keinen Kaffee." Ich muss immer wieder lachen. Ich werde mich nie an diese Spar-Sprache gewöhnen. Irgendwie sprechen hier fast alle diese Sparsprache.
Ich weiß nicht ob der Kaffee zu heiß ist oder es ihre Art ist Kaffee zu trinken, aber sie schlürft.
Eiskalt läuft mir etwas über den Rücken. Ich kann das Schlürfen nicht ausstehen. Ich kann bestimmte Essgeräusche wie Schlürfen, Schmatzen und Zusammenbeissen wie ein Ferkel den Mais zusammenkracht nicht ausstehen.
Der Sandmann und die OP-Schwester gesellen sich zu uns. Nach einer kurzen OP-Besprechung bewegen wir uns in den Waschraum vom OP -Saal 8.
"Der ist immer gut frisiert und unglaublich gut riechend. Nach Sonne, Meer und Männlichkeit. Yummie!"schwärmte die Assistenzärztin und meinte damit den Sandmann. " Nach Sonne, Meer und Männlichkeit. Yummie!"
Ich mache mir keine Gedanken, wer wie frisiert ist oder wer, wie gut er riecht.
WieWildArmeUndHändeEinseifend Assistent im P-Jahr -„Oh mein Gott – Frau Dr! Ist heute mein Glückstag? SIE operieren MIT MIR? Ich habe gehört Sie sind sehr nett.“
Die Tratschtrommel funktioniert immer noch richtig gut, wie es scheint. 
Mit glühenden Wangen pumpe ich Seife auf meine Handfläche, und verreibe die glibbrige Masse gleichmässig auf Unterarme und Hände.
„Ja, so steht es zumindest auf dem Plan“
"Das ist TOLL! Sie machen die OP, das wird großartig!“
Ich denke, ob der Furzkopp nicht endlich aufhören kann zu schwätzen. 
Klären wir doch erst einmal den medizinischen Fachjargon: In einem OP gibt es gemeinhin den Anästhesisten. Gasmann, Sandmann, usw
Der macht  – Anästhesie. Narkose. Schlaf. Dem Sandmann
beigestellt ist in der Regel eine anästhesistische Fachkraft, die beim anästhesieren und intubieren assistiert, ausserdem die Zeitung holt, das Brötchen schmiert, Kaffee umrührt. Ja nein, das bestimmt nicht.
Das Anästhesisten-Team knippst dem Patienten vor jeder OP temporär das Licht aus, sieht dann zu, dass dies unterwegs (= für die Dauer des Eingriffes) so bleibt, und macht eben jenes Licht nach Beendigung der Operation wieder an. So die Götter oder Gott und der Operateur es zulassen…
Dann gibt es das OP-Pflegepersonal, bestehend aus einer (steril gewaschenen) Instrumenten-Pflegefachkraft und einem (unsterilen) Springer. Die Instrumenten-Tante (Respektive: -Onkel)hat ein bis viele (sterile) Tische, auf denen die jeweiligen Instrumente liegen, die für die gerade durchgeführt Operation gebraucht werden. Sie ist dafür zuständig, dass der Operateur genau das bekommt, was er gerade braucht. Oder will. Oder glaubt zu brauchen! Letzteres kann dann auch gerne mal in längere Diskussionen ausarten.
Der Springer seinerseits sorgt für Nachschub am Tisch, stellt ausserdem das Licht ein, wechselt die CDs, sagt den Leuten im Nachbar-OP, dass sie leiser (oder lauter) singen/streiten/lachen/fluchen sollen, klärt wichtige Fragen, wie z.B. die Wettervorhersage fürs Wochenende (gerne kooperativ mit der Anästhesie, die fast immer ein iPhone oder iPad dabei hat) und lässt bei längeren Eingriffen vorne alle wissen, dass es länger dauern wird.

Dann steht sie noch neben meinem Ohr im OP.
"Geht es?" schrillt es an meinem Ohr.
"Es geht gut" Was erwartet die denn? Ich bin immer kurz angebunden wenn ich konzentriert bin.

"CO2  anschließen! Aufdrehen! Mehr! Fertig. Verres-Nadel zurück! Troikar…“ Alle sind fit und hochkonzentriert. „Verdammte Kacke das!“ während D... nur ehrfürchtig „FreakyMonday“ murmelt…

Das Bild auf dem Fernseher zeigt nämlich die Bauchhöhle unserer Frau, wo in einem Meer glänzender Darmschlingen warm und geborgen eine kleine, vorwitzige Zyste geborgen zu werden wartet, ja nein, wir befinden uns gerade life und in Farbe in dem wahrscheinlich schönsten, saubersten, rosafarbenes Stück Dünndarm, den ein OP-Team je am FreakyMonday gesehen hat…

Ein Troikar in der Aorta (große Bauchschlagader) macht macht mir deutlich Kopfschmerzen. Anschließend entferne ich schweigend – die gut fünf Zentimeter große, unauffällig ausschauende Eierstockszyste der Patientin und nach nicht einmal zwanzig zusätzlichen Minuten ist der Bauch sauber verschlossen, vernäht und verpflastert.
Los – raus hier! In Fünfzehn Minuten geht es weiter! Auf: Pipi Machen, Essen fassen, Kaffee trinken, wieder kommen!“


Keine zwanzig Minuten später stehe ich dann tatsächlich, steril verpackt, am Tisch und blitze den Assistenzart vom 2.Team über die schlafende Patientin hinweg böse an: „Was soll das? Warum grinsen Sie?“

"Weil ich vom Zwerg nur die Augen sehe….?"
"DU Arschloch!!" schreie ich.
Ich messe nun einmal von der Sohle bis zum Scheitel keinen Millimeter mehr als 1,60 m. Der Operationstisch ist ungefähr einen Meter zwanzig hoch, die Frau darauf nochmal um die Vierzig Zentimeter (ja – zierlich ist anders).
"Au weia – jetzt ist er nicht mehr sauer, jetzt wird er gleich tollwütig…" stichelte dieser Waldmensch weiter
"Raus!" Und tatsächlich flog er aus dem OP. Macht sich nicht gut bei der Bewertung fürs Examen. Klassenclown. 


„Skalpell! Verress-Nadel! Halten! Kompresse!“

Immer noch höchst aggressiv belle ich meine Anweisungenn in den Saal. Nebenan, in der 7, wird gerade die Musik gewechselt – offenbar ist deren erste Operation vorschriftsmässig beendet und während die Anästhesie die aktuelle Patientin aus der Narkose holt und Richtung Aufwachraum bringt, strecken die Aufschneider neugierig den Kopf durch die Verbindungstür.

„Morsche
 Freunde!“