mercredi 28 mars 2018

Bindungen

Zoé ist genau zweiundzwanzig Tage und 8 Stunden alt, wiegt 3100g und ist 50 cm groß. Eine handvoll Leben, eine handvoll Liebe und eine handvoll Glück lehrt mich jeden Tag etwas über Mutter-Tochter Bindungen.
Ich spreche nicht von den Umstellungen die Kinder und Mütter körperlich wie seelisch durchleben. Es ist von der Natur so gewollt, dass Neugeborene sich zuerst an das Leben außerhalb des Mutterleibes anpassen, dass Mütter sich ebenso ihrem Kind anpassen. So viel zur Biologie.

Zoé ist ein ruhiges Kind. Natürlich kann sie sehr energisch werden wenn sie Hunger hat, oder die Windel voll ist. Da kommt ihre angborene Ungeduld zum Ausbruch.
Sie hat schnell ihren eigenen Schlafrhythmus gefunden und schläft nachts fünf bis sechs Stunden durch.
Zur Zeit beginnen auch die sogenannten 3Monatskoliken die sie unsanft wecken. Aber dafür gibt es viele natürliche Mittel um sie zu lindern.

Was mich aber sehr beeindruckt ist ihre noch unwillkürliche seelische Bindung zu mir. Noch ist ihr Engelslächeln im Schlaf unbewusst. Sie reagiert auf meine Stimme und sie fühlt sich in meinen Armen wohl. Sie entspannt sich, wenn ich sie streichele. Wenn sie wegen ihren Koliken unruhig ist, lege ich sie auf mich und streichele ihren Rücken. Das liebt sie. Ich spreche zu ihr, singe ihr bis sie einschläft. Aber zu ihrem Papa hat sie eine innigere Bindung. Ich habe den Eindruck, sie fühlt sich wohler bei ihm als bei mir.
Er ist ja ruhiger als ich.

Wenn ich allein bin mit ihr, kann ich nicht da sitzen und sie in den Armen halten. Ich mache meinen ganzen Haushalt, auch dann wenn sie wach ist und nicht weint. Sie gewöhnt sich sehr gut an die Geräusche des Alltags. Sie schreckt mal leicht auf, wenn es etwas lauter wird(Staubsauger, Kaffeemaschine, Musik). Sie genießt es wenn ich sie in den Armen halte, sie ein meinen Armen wiege.
Ihr Papa muss seit Montag wieder zum Dienst. Wenn er nach Hause kommt, kann er sich voll und ganz auf Zoé konzentrieren.
Und Zoé geniest es sichtlich. Kaum liegt sie in seinen Händen schfäft sie sofort ein.
Vielleicht fühlt sie meine Unruhe oder sie vermisst ihren Papa schon wenn er aus dem Haus geht.

Gestern Abend waren wir beide erstaunt.
Er wollte noch schnell einkaufen fahren. Schon als er sie in ihr Bettchen legte und zur Tür ging, begann sie zu quängeln.
Er ging zurück, nahm sie in die Arme und schon war Ruhe in der Hütte. Kaum legte er sie wieder in ihr Bettchen, fing sie an zu quängeln.
Ich nahm sie in die Arme, wigte sie, sang ihr, sprach mit ihr, spazierte mit ihr durchs Haus. Sie war zwar ruhig, schlief aber nicht.
Als er wieder zu Hause war, sie in seine Arme nahm, schlief sie friedlich wie ein Engelchen ein.
Was für ein Papamädchen!

Ich liebe diese Tochter-Vater Bindung.


Mutter -Tochter Bindungen sind tiefer denke ich. Nicht inniger. Wenn ich an meine Bindung zu meiner Mutter denke, stelle ich fest, dass sie liebevoll, innig aber auch seh autoritär war,
Meine Mutter war eine Kämpferin, eine Löwin wenn es um ihre Kinder ging, aber sie hatte eine liebevolle Natur, die sie nur selten zeigte. Harte Schale, wecher Kern, würde man sagen.
Sie war verletzlich, verletzt und verletzte seelisch alle die ihr zu nahe standen.
Sie zeigte ihre Liebe auf eine besondere Art. Sie bewertete. Wer brav war, bekam alles und wer aus der Reihe tanzte, ging leer aus. Und ich war nicht artig. Ich wollte von ihr nichts kaufen.
Was tief in ihr vorging, habe ich nie kennengelernt.
Eine Vater-Tochter Bindung hatte ich erst als erwachsene Frau. Mein Vater behandelte mich wie eine Erwachsene. Er sah meine Stärken, erkannte meine Schwächen.
Ich war sein Mädchen.
Er hatte viel Geduld mit mir.
"Mädchen so geht das mal gar nicht!" sagte er ruhig. Und wenn ich es mit meinen Frechheiten übertrieben habe schrie er. "Bist du bescheuert!" Da ließ er sich verbal gehen.
Bei ihm konnte ich eine starke Liebe fühlen. Dafür hatte er keine Worte. Aber auch ohne Worte wusste ich, unsere Bindung war stark.


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