dimanche 7 janvier 2018

Gardinenkleid

Wie es auf dem Land so üblich ist, hat man neben dem Haus eine Sommerküche und eine Waschküche. Damit das große Haus rein bleibt.
Omas Residenz. Bis die endlich nach Omas Wünschen fertig war, dauerte es eine Ewigkeit. Die ewige Baustelle. Im Winter überlegte sie sich wie sie ihr Huuus im Sommer gestalten könnte. 
Damit Oma "still ist" bekam Opa hinter dem Haus seine Werkstatt. Den einen oder anderen Werkstattschrank drapierte er mit Strumpfhosenwerbung, oder Frauenbeine. 
"Eine Frau muss immer schöne, gepflegte Beine haben." Die hatte Oma auch. Sie hatte immer auf ihre Beine geachtet um Opa zu gefallen.
Ich war in der ersten Klasse als Oma mit dem Gedanken spielte ein Salon und einen Schlafzimmer anzubauen. Und Opa gehorchte. Wir Kinder durften auf der Baustelle spielen. Es war der schönste Spielplatz den wir je hatten. Wir spielten im Wändelabyrinth Verstecken. Wenigstens ließen wir die Wäsche an den Leinen in Ruhe.
Das Haus hatte keinen Eingang. Die Küche war gleichzeitig der Eingang und Spielecke.
Im Sommer stand die Tür tagsüber immer offen. Mal wanderten Kröten in die Küche, mal verirrte sich eine Wildtaube darin. Mäuse überlebten nicht, denn wir hatten Katzen. Im Sommer ein paar Mücken. Und Oma war großzügig mit dem Mückenspray.

Oma nähte jeden Winter neue Türvorhänge.  Aus Samt für den Winter, aus Seide für Feiertage, aus Leinen für den Sommer. Mit Rüschen und Bändern, damit man sie bei Bedarf auch zusammenraffen konnte. Ich liebte es mich in die Vorhänge und Gardinen zu wickeln.Wie Brautkleider. Oma kaufte teure Gardinen mit schönen Mustern. 
Und jedes Mal löste ich bei Oma einen Schimpfanfall aus.
Der Vorhang "Scheiss Fetzen" wie Opa  sich darüber lustig machte, war eine Landkarte mit Handspuren, Werkstatöltropfen, Schokolademünder, Rotznasen, Kratzbaum für die Katzen. Als Opa irgendwann die Holzkörbe zu schwer wurden, blieb er darin hängen, und der eine oder andere Vorhang hing dann in Fetzen.
"Komm, wir tragen den Holzkorb zusammen rein." sagte sie und wartete nicht auf Opas Antwort.
Als Opa nur noch  "Haut und Knochen" war oder wie Oma zu sagen pflegte "eine Handvoll Mensch",
ersetzte ein Bollerwagen Marke OPA  Eigenbau den Holzkorb. Obwohl alle Familienmitglieder ihr gerne beim Holz reintragen halfen, sie musste noch einen Wagen voll holen, damit genug da ist.


Ich liebe Landhausstil. 
Mit einem Vorhang als Raumteiler hatte ich kein Glück. Kater Maurice zog sich daran hoch und  blieb darin mit den Krallen hängen. So  riss er  den Vorhang aus den Schienen. Gestern habe ich den  gelöcherten Vorhang dann abgenommen. Ihm damit ein paar über die Ohren geschlagen. Das Vieh kann nerven.
Später als ich mich auf die Couch legte und ein Buch auf Kindle las, legte er sich neben mich und schmiegt sich an meinen Bauch, als würde er den Herzschlag des Babys lauschen, und schlief.


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