lundi 25 décembre 2017

Frohe Weihnachten - Frohe Wiänachtä

Ein Tag wie jeder andere mit vierundzwanzig Stunden, mit vielen Augenblicken, mit viel Liebe, mit vielen Gedanken und auch mit viel Stress.
Am Heiligabend wurde noch schnell am Dienstplan und am Plan für die Bereitschaft gebastelt......alle Jahre wieder .....immer das gleiche Chaos.
Privat sah es auch, als hätten wir ein volles Haus. Doch Lars Mama hat abgesagt. Sie traut sich aufgrund ihrer Erkrankung nicht allein zu fahren. Es ist nicht weit, Lars hätte sie abgeholt. Aber natürlich musste er ja wieder disskutieren, wieso und warum und weshalb.
Nicht mit jedem Menschen kann man disskutieren.
Verständlich ist es schon, nach einem langen Arbeitstag noch einmal loszufahren. Es wäre nicht am Ende der Welt gewesen.
"Ich fahre!" sagte ich entschlossen. Aber seine Meinung dazu, ließ mich meinen Entschluss zu reviederen.
Immerhin schaffte es mein großer Bruder ohne die Zwillinge zu uns.
Schön ihn wieder zu sehen. Ich hoffe ich kann ihm seine Traurigkeit etwas abmildern.
"Du hesch chei net mol ei Chrischtbaum im Hus?! rief er aus.
"Wofür denn? Wir sind doch eh kaum zu Hause um gemütlich unter dem Baum zu sitzen." René ist ein sehr wortkarger Mensch. Er brummelt wie ein Brummbär wenn ihm etwas nicht passt. Er sagt auch kurz und bündig seine Meinung.Sein Humor ist gewöhnungsbedürftig. Er ist ein Mensch der anpackt, wenn es was zu tun gibt. Und wenn ihm jemand hilft gibt er es doppelt zurück.
Die Baumfrage war sehr schnell ad acta gelegt. Er respektiert meine Ansicht und ich seine.

Mein Diensthandy klingelte.
Ich hatte Bereitschaft und hoffte nicht vor Mitternacht losfahren zu müssen.
"Betet zu euren Göttern!"
"Kannst du Morgen früh ab 9 kommen, wenn es nötig ist, es platzt aus allen Nähten?" Der Schichtleiter vom Nachtdienst hat vergessen dass ich Bereitschaft hatte. Ich erkläre ihm wen er erreichen muss und gehe mit ihm den Dienstplan durch.
20 Minuten von meiner Freizeit war ich wieder im Dienst.

Ich habe 12 Speisen(wie 12 Apostel zusammengesetzt. Etwas Tradition sollte schon sein, sonst wird es langweilig.  Urspüglich sollten die Speisen aus Zutaten vom Feld, aus dem Wald und aus dem See zusammengesetzt werden. Auf der Tischdecke sollte Heu ausgelegt werden und die Speisen auf diesem Heu gegessen werden. Sollt ein gutes Jahr vorraussagen.
Das macht man auf dem Land auch nicht mehr. Man nimmt die schönste und teuerste Tischdecke und das gute Porzellan. Und man zieht sich schön an.
Zutaten vom Feld habe ich in Salaten vermischt, Ich habe Nüsse und Honig Beeren in Kuchen verarbeitet. Vom See oder Fluss kam nichts auf den Tisch. Forelle mit Rosmarin und Kräuterbutter hat Lars zubereitet. Und als er nicht weiter kam, als Koch ist er nicht zu gebrauchen, musste ich weitermachen.
"Ich brauche Mundschutz," lästerte ich. So schlimm ist es nicht, aber ich mag den Fischgeruch nicht.
"Gib her ich helfe mit, " lachte René. Der kann kochen.....oh Mann wie der mit Gewürzen spielt und die Speisen verfeinert.
René legt Wert auf Tradition.
Meine Nichte Noëlle fragte für wen das leere Gedeck steht. Als René ihr sehr einfühlsam erklärte, dass es für ihren Papa sei, setzte sie sich dahin.
"Dann nehme ich das." sagte sie entschlossen und sah jeden von uns an, als würde sie Einwände erwarten.
Alle schweigen und sie schweigt auch. Man kann auch schweigend vermissen.
Schweigen ersetzt alles. Das Fühlen, Emotionen, Gedanken, füllt Leeren.

Mein Halbbruder Thomas rief an um seine Weihnachtsgrüße loszuwerden. Jedes Jahr war es etwas Obligatorisches, so damit wir uns nicht ganz aus den Augen verlieren.
Wir hatten keinen Streit, wir verstanden uns sogar sehr gut, aber er hatte das Gefühl er gehört nicht zur Familie und wir hatten das gefühl er will nicht zu uns gehören.

Wir sind erwachsen und die Eltern nicht mehr da um uns etwas zu verbieten. Wir sahen uns zuletzt bei unserem Umzug.
Er war für mich da.
Ich erzählte ihm wie es uns geht und mit wem wir feiern.
"Schön!" sagte er dazu.
"Was? Du bist herzlich willkommen hier. Du hast immer abgesagt, wenn dich jemand eingeladen hat. Du kannst jederzeit herhommen. Keine Sorge du verhungerst und verdurstest nicht."
Er kennt mein freches Mundwerk. Wir haben uns oft gezankt.
"Bring deine Freundin mit."
"Sie ist nicht meine Freundin, sondern eine Freundin." Thomas und sein Liebesleben. Wie ein einsamer Wolf rennt er durch das Leben.
Es ist sein Leben.

Und nun sitzen die Männer in der Küche und meine Brüder räuchern die Küche ein.
Ich habe das zum ersten Mal im Leben, dass wir alle drei Geschwister zusammensitzen und über Dinge reden können, über die wir noch nie redeten.
"Es ist so herzlich bei euch. Ich habe das immer vermisst. Sollten wir wiederholen."

Das werden wir. Ich halte die Familie zusammen.

Auf meine Art.

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